Foontastic

/ Juni 26, 2018/ 0Kommentare

United Kingdom. England. London. Stratford. Queen Elizabeth Olympic Park – oder kurz: London Stadium.

Mein neuestes Tourshirt steckt in der Hosentasche und mit dem ersten Bier (0.4l Heineken für 6.20£) laufe ich die Treppen in den Stehplatzbereich hinunter um mir noch 2 der 3 Vorbands anzuhören und mir damit die Wartezeit auf eine der besten Rockbands dieser Tage zu verkürzen.

 

Die erste Vorband Starcrawler habe ich nur aus der Ferne gehört, die zweite Vorband Slaves ist mir mit ihren Punk-Songs und auftreten zunächst ein bisschen arg suspect aber in den gut 40 Minuten die sie spielen waren dann doch ein paar ganz interessante Songs dabei.

Und eigentlich wären Slaves wahrscheinlich auch die bessere direkte Vorband vor den Foo Fighters gewesen, denn bei The Kills war ich mir nicht sicher ob das jetzt ein einziger Song war oder tatsächlich elf unterschiedliche. Das The Kills die direkte Vorband sein durften liegt wahrscheinlich daran, dass Sängerin Alison Mooshart ihre Stimme wohl mehrfach für das aktuellste Foo Fighter Album „Conrete and Gold“ zur Verfügung gestellt hat. Nun ja, dann halt

Punkt 20 Uhr betreten dann die Foo Fighters die Bühne und das Publikum bricht in eine Euphorie aus, die ich wirklich selten erlebt habe. Dave Grohl rennt den Steg entlang zur Mini-B-Bühne begrüsst das Volk und schnappt sich dann sein Mikro und schreit in die Menge „are you fucking ready to do it again“ und dann startet das Songfeuerwerk mit „All My Life“, „Learn To Fly“ und „The Pretender“. Gefühlt fielen während dieser 15 Minuten mehr Bier von oben auf mich herab wie ich bis zu dahin getrunken hatte. Aber das gehört halt dazu!

Und nach „The Pretender“ passiert dann zum ersten mal das was ich persönlich Lückenfüller nenne würde aber von Dave Grohl als 2 1/2 Stunden Rock und „so viele Songs wie möglich in dieser Zeit“ verkauft wird.
22 Songs (komplette Setlist wie immer via setlist.fm) sind ordentlich, aber das man extra erwähnen muss dass man ja nicht länger wie 22:30 Uhr spielen darf und extra den Encore-Scheiss sein lässt und dafür einen Song mehr spielt nervt mich dann gewaltig, wenn man durch ewige Solos und künstlich in die Länge gezogene Songs die Chance verpasst noch 2-3 Songs mehr zu spielen. Aber das ist jammern auf hohem Niveau und natürlich kann ich verstehen, dass Grohl auch keine 2 1/2 Stunden sein Stimme so sehr belasten kann und ab und an mal pausen benötigt. Aber das dann anders zu verkaufen wie es ist hat für mich so einen kleinen faden Beigeschmack.

Was auffiel und ich persönlich sehr gut finde, die Foo Fighters haben 5 Songs aus dem aktuellen Album gespielt. Ich glaube aber auch, dass nicht alle Konzertbesucher dies als gut empfunden haben. Nur bei „Run“ war richtige Mitsing-Stimmung zu spüren. Die anderen Songs wurden eher als Erholungspause genutzt. Schade eigentlich, denn gerade Sunday Run mit den Vocals von Taylor Hawkins ist ein sehr gelungener Song und auch La Dee Da hat für mein Empfingen Stadion-Rock Qualitäten.

Nach 2 1/2 Stunden wurde dieser Foontastische Abend leider pünktlich beendet. Dafür gab es dann aber auch ein kleines Abschlusfeuerwerk und dazu den Song auf den ich schon so lange warte ihn endlich komplett live zu hören: Everlong

And I wonder
when I sing along with you
if everything could ever feel this real forever
if anything could ever be this good again

 

Zu guter letzt muss ich noch erwähnen, dass ich selten so gut von einem Stadion weg gekommen bin. Das war auf jedem Meter durchorganisiert. Man konnte nicht einfach den schnellen, direkten Weg nehmen auf dem man hin gekommen ist. Nein, man wurde sicherlich 1-2 km aussen rum geführt und mehrmals auf der Strecke von Ordnern mit Stop-Schildern ausgebremst wurde bis diese den Weg wieder freigegeben haben. Das Resultat dieser beiden mechanismen war, dass es nie ein Gedränge gab da die Wege breit genug waren und am Bahnsteig immer nur so viele Menschen waren wie in eine Bahn/U-Bahn hinein gepasst haben. Und die knapp 80 Minuten die ich bis zum Bahnsteig benötigt habe waren gefühlt nicht so lange, da ich am Konzert noch jemanden aus Zürich getroffen habe und wir auf dem kompletten Weg über alle möglichen anderen Konzerte und Künstler gequatscht haben.

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