Noel Gallagher in der Heineken Music Hall

/ April 22, 2016

Mein Concert Hopping geht weiter. Endlich eine komplett neue Location und endlich mal Noel Gallagher live.
Für diejenigen die mit dem Namen Noel Gallagher nichts anfangen können: Noel ist einer der Gallagher Brüder aus der Ex-Band Oasis (Wonderwall, Don’t Look Back In Anger, etc) und zwar der Bruder der für ALLE Songs verantwortlich ist. Oder auch einfacher ausgedrückt: das Genie hinter Oasis.

War Noel Gallagher zu Oasis Zeiten noch als Rüpel bekannt feiert ihn seine Heimat mittlerweile als Elder Statesman und auch ich kann ihm und seinen Aussagen über  Helene Fischer (‚Das hier ist nicht mal Musik. Das soll in Deutschland das große Ding sein? Unfassbar!‘) und Adele (‚Hello?‘ – Nein, verpiss dich!“) nur positiv zustimmen.

Aber nun zum wirklich wichtigen: dem Konzert in der Amsterdamer Heineken Music Hall

Eines muss man den Amsterdamern lassen. Beim platzieren der Heineken Music Hall haben sie sich echt was gedacht. Mit der Metro und Bahn kommt man problemlos aus dem ganzen Land zum Sammelplatz aller Eventhallen an. Dort sind neben der Music Hall (5500 Zuschauer) noch der Ziggo Dome (17000 Zuschauer) und das Heimstadion von Ajax Amsterdam die ArenA (54000 Zuschauer) zu finden.
(Ganz sicher war es nicht mein letztes Mal auf dem Gelände. Irgendwann spielt U2 wieder im Ziggo Dome und ich bin dabei…)
Leider hat mich eine Sache an der Heineken Music Hall so richtig genervt und das war Bezahlsystem. Man muss nämlich zuerst seine € in Tokens umtauschen. Für 20€ bekommt man 14 Token und für 4 dieser Token gibt es ein 0,5l Bier. Schweizer Preisverhältnisse mit dem Nachteil, dass am Ende natürlich immer Tokens übrig bleiben…

Wenn man weiß, dass in die Halle nur 5500 Zuschauer passen, kommt einem die Halle riesig vor. Und das riesig macht sich meine Erfahrung nach dann leider in der Akkustik bemerkbar. Ich Stand im vorderen drittel in der Hallenmitte und habe überwiegend die linken Boxen gehört. Das ist so ziemlich eines der nervigsten Sachen die auf einem Konzert passieren können. Noch nerviger sind nur diejenigen die sich nicht an das Rauchverbot in der Halle halten und wir wissen ja wie liberal die Niederlande sind und welche Rauchschwaden da sonst noch durch die Halle ziehen…

Augustines

Als Einheizer startete die New Yorker Band Augustines den Konzertabend um Punkt 8 Uhr. Beim ersten Song dachte ich mir noch, dass das nix wird und wurde dann doch mit sehr interessanten Stücken überrascht. Blöderweise war die Band live um einiges interessanter wie es ihre Studiostücke bieten. Manchmal kann so eine halbe Stunde dann doch mehr potential vortäuschen als tatsächlich in einem Support Act steckt.

Ich war ja schon überrascht das die Vorband so extrem pünktlich angefangen hat, das dann aber Noel Gallager auch um 9 schon auf der Bühne stand hat mich sehr positiv überrascht.
Natürlich kommt Noel Gallagher nicht alleine auf die Bühne sondern bringt seine neue Formation die High Flying Birds mit. Dennoch dreht sich auf der Büne alles um ihn: Seine (Lead-)Gittare und sein Gesang sind immer heraushörbar.

Mit dieser Band-Formation ist Noel Gallagher schon seit 2011 wieder unterwegs nachdem er sich 2009 im Streit mit seinem Bruder von Oasis getrennt hatte. Die Erwartung an Noel Gallagher die alten Oasis Songs zu spielen war während der ersten Lieder die ganze Zeit zu spüren und hören: nach jedem der ersten Songs wurden auch mit Zwischenrufen alte Songs wie Spacemann und Digsys Dinner herbei gewünscht.
Eigentlich sehr schade, dass sich viele der Konzertgänger so auf die alten Songs versteifen, da gerade der dritte gespielte Song In The Heat Of The Moment meiner Meinung nach Live besonders gut rüber kam.
Das positive war aber , dass das Publikum nicht nur bei den alten Oasis-Songs extrem Textsicher war. Dennoch war es ein beeindruckender Unterschied als dann als achter Song Champagne Supernova gespielt wurde. Selbst U2s One im Madisson Square Garden hat nicht mehr Gänsehaut erzeugt.

Während der gesamten „Show“ gab es eigentlich nur Noel Gallagher und die High Flying Birds und auf der Leinwand ein bisschen Pop-Art. Fast zwei Stunden hat sich die komplette Band nur um das wichtigste an einem Konzert gekümmert: die Musik!
Es gab kaum eine Pause und Noel Gallagher hat die Kommunikation mit dem Publikum auf ein minimum beschränkt. Aber jedes Mal wenn er etwas zu sagen hatte, ging ein Lachen durch die Menge. Z.B. als jemand einen Edding auf die Bühne warf fragte er ins Publikum „So you want an autogram? Are you foolish? Can’t you see I’m busy?“ und als jemand dann einen Schal auf die Bühne warf flippte Noel Gallagher beinahe aus und sagte ins Publikum „someone throw a nazi flag on stage. A fucking nazi flag“ und ja, da wurde dann kurz gebooht im Saal und Noel hob dann den Manchester United Schal hoch, was dann in Gelächter ausbrach (hier sollte man Wissen, dass Noel Gallagher Edelfan von Manchester City ist und die beiden Vereine nicht am besten aufeinander zu sprechen sind).

Mit The Masterplan endete nach 17 Liedern der erste Part der Show und in der Zugabe spielte die Band noch vier weitere Stücke.
Beendet wurde der Abend mit Don’t Look Back In Anger (in diesem Video ist auch der Part mit der „nazi flag“ zu sehen).

Die komplette Setlist gibts wie  immer bei Setlist.fm

Mein Lieblingsstück des Abends war mit Abstand If I Had A Gun

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https://www.youtube.com/watch?v=pY0zxqRne4U

 

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