Konzert 2/2016: Ellie Goulding

/ März 1, 2016

Ellie Goulding, die Frau mit dieser markanten, wundervollen Stimme und dem „einen“ Song den alle kennen war das Ziel meines zweiten Konzerts 2016.

Dieses Mal ging es wieder ins Hallenstadion nach Zürich, wo ich zuletzt bei Florence + the Machine war. Die Messlatte was ein perfektes Konzert in der Halle angeht war demnach schon ziemlich hoch gelegt. Trotzdem ging ich, wie bei Florence, ohne jegliche Erwartung zum Konzert.

Was mich wirklich erstaunt hat war, dass noch am selben Tag Karten für das Konzert der Britin zu haben waren. Kurz bei Facebook nachgefragt und meinen Bruder und seine Freundin mit eingepackt und vor Ort noch einen alten Bekannten getroffen. Für meinen Bruder war es das zweite Konzert überhaupt und für den Bekannten das aller erste Pop-Konzert. Hätte ich gewusst, was uns alle erwartet ich hätte beiden den Weg erspart.
Als wir gegen kurz nach sieben den Stehplatzbereich im Züricher Hallenstadion betraten war ich etwas schockiert. Die Halle war noch so gut wie leer. Es füllte sich zum Konzert hin zwar ziemlich gut, aber ausverkauft war bei weitem nicht und das bei einer Halle die nur 13000 Menschen aufnimmt. Eigentlich sollte das für eine Ellie Goulding auch an einem Sonntagabend machbar sein diese Halle zu füllen.

Als Opening Act hat Ellie Goulding die 20 jährige Amerikanerin Sara Hartman mit auf ihrer Tour dabei und diese eröffnet den Konzertabend Punkt 19:45 Uhr

Sara HartmanSara Hartman kennt ihr wahrscheinlich von ihrem Hit „Monster Lead Me Home„. Ihre Songs sind eine Mischung aus Folk und Pop und ja, ich warte jetzt noch ein bisschen sehnsüchtiger auf ihr erstes Album.
Mit nur einer Pianistin und einem Schlagzeuger stand Sara Hartman mit Ihrer Gitarre festgewurzelt vor dem Mikrofon auf der Bühne und präsentierte mit einer ganz tollen Stimme ihre Songs. Die erst 20 Jahre hat man ihr dann zumindest in ihren hibbeligen und nervösen Sprechpausen angemerkt.
Und nach sieben Songs verließ Sara Hartmann die Bühne für die typischen 30-45 Minuten Wartezeit auf den Main-Act.

Ein ewig dauerndes Instrumentalintro zum Song Delirium eröffnete die Show von Ellie Goulding in dem sie ihr ganzes Können zeigt. Vorweg: ihr Können beschränkt sich komplett auf die Musik, sie ist keine Entertainerin und das mit dem Tanzen sollte sie wohl eher auch lassen. Aber singen, singen kann die Britin wie kaum eine andere. Für mich persönlich nach Amy Winehouse die beste weibliche Stimme aus dem Empire.

Die 24 Songs die Ellie Goulding zum besten gab, kamen ohne viel Blabla-Unterbrechung zum Publikum und das war auch gut so. Denn jedes Mal wenn Ellie etwas zu sagen hatte, habe ich mir gewünscht sie hätte lieber nichts gesagt. Alles wirkte extrem gekünstelt und auswendig gelernt und damit meine ich nicht die typischen „ihr seid das beste Publikum“ und „ich komme auf jeden Fall wieder“ Phrasen.
Dazu hatte Ellie Goulding eine komplett schräge Wahrnehmung über das Geschehen unter ihr. Ab der fünften Reihe war nur in ganz seltenen Fällen mehr als ein Kopfmitwippen zu vernehmen und das obwohl eigentlich sehr viele Songs von Ellie Goulding bekannt sind.
Was mich wirklich genervt hat und immer noch nervt ist das lob von Goulding an das Publikum für die „intense passion“. Ellie Goulding sollte mal bitte an ein Konzert von U2, Lady Gaga, Thirty Seconds to Mars, Frank Turner oder ganz vorne weg von Florence Welsch besuchen. Da erlebt man was wirkliche Passion ist!

Zurück zum Konzertablauf: in perfekt eingespielten Musikübergängen entschwindet Ellie Goulding immer mal wieder von der Bühne um sich neu einzukleiden. Von der schwarzen Body/Lack(Latex)-Hotpants Kombination wird in den hautengen, knalligen Neoprenanzug (oder sowas) gewechselt um ein paar Songs später im weißen Kleid, das wohl so mancher Braut die Show stehlen würde, auf der Bühne zu stehen und dann zu guter letzt wieder zurück in die Hotpants zu wechseln und Obenrum irgendein Netz-was-weiß-ich Oberteil.
Nicht so wirklich begeistern konnten die Leinwandanimationen. Was da auf dem Monitor präsentiert wurde hatte zwar immer irgendwie mit dem Song zu tun, aber die meist irgendwie poppigen und elektrisch Verzerrten Elemente könnte man sich auch sparen. Die Tänzer konnten für mein empfinden auch nicht wirklich helfen die Show interessanter zu machen.

Obwohl mit ausschließlich poppigen und tanzbaren Songs gestartet wurde hat es ewig gedauert, bis mal ein bisschen Bewegung ins Publikum kam. Und kaum war das geschafft knallt Ellie Goulding die Akkustikversion von „Devotion“ in den Ablauf. Toller Song aber total beknacktes timing und dazu dann auch total unverständlich wieso dieser Song nicht in den ruhigeren dritten Block gepackt wurde wo es zudem auch noch eine Akkustik Version von „Lights“ und „Lost and Found“ gab.

Beim vierten Block habe ich dann eigentlich schon abgeschalten und mich nur noch gefragt ob „Anything Could Happen“ oder „Love Me Like You Do“ den Abschluss machen, da diese bis dahin nicht gespielt wurden. Tja was soll ich sagen, die Zugabe hatte genau die beiden Songs zu bieten…
Die komplette Playlist ist bei setlist.fm zu finden.

Für mich persönlich der stärkste Song war „Army„, den Ellie Ihrer besten Freundin widmete.

Das wars dann auch schon vom zweiten Konzert im zweiten Monat. Blöderweise wurde das Konzert im März abgesagt und ich suche momentan nach einem Ersatz dafür. Wenn also jemand etwas wissen sollte, einfach anschreiben!

Share this Post