Konzert 1/2016: Frank Turner

/ Januar 30, 2016

Nach nur 19 Tagen im neuen Jahr und 31 Tagen nach dem letzten Konzert habe ich „endlich“ das Konzertjahr 2016 eröffnet. Und das mit einem Künstler den ich nur rein zufällig bemerkt habe.

Zufällig spielte gerade als ich letzten September bei Rock am See ins Stadion lief Frank Turner und seine Band The Sleeping Souls. Die Kombo versprühte gute Laune und die Songs gingen ins Ohr und so landete Frank Turner erstmal in meiner Spotify-Playlist und in leichter Vergessenheit.

Als ich ein bisschen später durch die Studioalben durchhörte war ich enttäuscht. Kein einziger Song brachte die Freude und Begeisterung an Musik so rüber wie ich es live in Erinnerung hatte.
Und gerade deshalb musste ich mir das nochmal Live im Volkshaus in Zürich anhören.

Das Züricher Volkshaus ist so ein kleiner gemütlicher 2000 Personen Theatersaal. Durch die doofe Empore wirkt der Stehplatzbereich etwas arg gedrückt und machte mir wirklich Sorgen, dass hier überhaupt eine vernünftige Akkustik entsteht. Das positive an der Lokation ist aber, dass man ganz nah an der Musik ist.

Wenn ich mich früher informieren hätte, wäre mir klar gewesen, dass Frank Turner mit gleich zwei Vorbands tourt. Zum einen war das der Solokünstler Will Varley und die Band Skinny Lister.
Die beiden Opener sind eine wirklich gute Wahl und die Stimmung und Vorfreude auf Frank Turner wurde perfekt angeheizt.

Will Varley stand alleine mit seiner Konzertgitarre auf der Bühne und spielte Folk-Songs aus seinem Leben und führte mit herrlichem britischem Humor („you can vote now if I should play a song about cats or dicks“) durch seine knapp 30 Minuten Show.
Die Zweite Vorband Skinny Lister setzt ebenfalls auf Folk-Musik aber hier hört man das dank der 6-köpfigen Formation und vor allem wegen dem Akkordeon auch richtig raus. Ich weiß nicht wieso, aber das ganze auftreten der Band und die gespielten Songs hatten für mich sowas von Hafenkneipenatmosphäre. Eigentlich fehlte hier die Schlägerei xD. Richtiges Highlight während ihrer Show war dann das Crowdsurfing vom Bassisten und für alle die sich jetzt denken, dass an  Crowdsurfing eigentlich nichts besonderes mehr dran ist, lass ich mal dieses Bild sprechen:

Skinny Lister - Volkshaus Zürich

„Positive Songs For Negative People“ – so lautet das aktuelle Album und der Tourname von Frank Turner und bei dem Titel fühl ich mich gleich noch mehr angesprochen. Der Folk-Punk-Rock-Stil der sich so durch seine Alben schlängelt gefällt mir eigentlich ganz gut, aber wie eingangs bereits erwähnt fehlt mir das gewisse Extra, dass ich bei dem Live-Auftritt letzten September so wundervoll gefunden habe.
Und diese Aussage und Meinung hat sich nach 28 Songs bzw. 2 Stunden Frank Turner live absolut verfestigt. Es ist ein Genuss wie Turner durch seine Show führt, wie er die Menge zum lächeln (Eulogy auf schwiizerdütsch), zum tanzen (Four Simple Words) und zum mitsingen (Photosynthesis) bringt. Sowas habe ich ganz selten an Konzerten erlebt. Frank Turners Musik lebt vom mitmachen der Konzertbesucher.

Die Akkustik war entgegen meiner Befürchtung richtig gut und durch die nicht zu groß ausgelegte PA gab es einen perfekten Mix aus elektrisch verstärkter Musik + Gesang und der Begleitung durch die Konzertbesucher. Das ist übrigens ein ganz großer Vorteil an Turners Songs: alle Songs sind problemlos mitsingbar und dadurch ergibt sich dann relativ schnell ein 1000 Personen Chor dem Turner auch gerne mal Lead überlässt.

Wer einen besseren Eindruck von der Live-Präsenz und -Stärke von Frank Turner haben möchte, sollte sich mal diese Youtube-Playlist von einem Frank Turner Konzert in Wembley anhören/-schauen oder noch besser: an ein Konzert gehen

Für mein Konzertjahr 2016 habe ich mir dann auch noch überlegt, die Künstler durch Merchandisekauf zu unterstützen. Dieses Mal bin ich mit diesem tollen Shirt nach Hause:

Frank Turner - Volkshaus Zürich

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