High Fidelity

Es scheint erst gestern gewesen zu sein, als ich im jugendlichen Leichtsinn die Beschallungsstärke der Stereoanlage meines Bruders bewunderte.
Ein paar dicke Boxen wurden damals mit 08/15 Kupferkabel an den Verstärker angeschlossen und das was aus den Boxen raus kam wurde vor allem auf eins getrimmt: ganz viel Bass; so viel und intensiven Bass, dass der Herzrhythmus durcheinander kommt.

Was fand ich das damals toll – nein fand ich nicht bzw. nur bedingt. Ein paar Jahre später in meiner Ausbildung hat mir einer meiner Ausbilder gezeigt wie er Musik hört. CDs abgedeckt und im Stereodreieck sitzend. Hab ich mir beim CDs abdecken noch gedacht „was ein Spinner“ war für mich nach dem ersten Probehören im Stereodreieck klar, dass ich das irgendwann auch will.

Mit jedem Jahr das ich älter wurde, wurde mir Musik wichtiger. So wichtig, dass ich Musik richtig genießen wollte. MP3s und irgendwann auch Streaming machten es möglich beinahe jeden Song jederzeit hören zu können. Aber das ist kein genießen, dass ist Massenkonsum.
Ebensowenig ist ein Konzertbesuch Musikgenuss. Es ist ein Erlebnis, mal mit einer tollen PA, mal nicht.

Seit über einem Jahr höre ich mir mittlerweile Alben über den Plattenspieler an und je mehr ich darüber hörte desto besser fühlte sich die Musik an. Man skippt auf einer Schallplatte mal nicht eben die drei Songs vom Album bis er eine Song kommt den man eh schon mag. Man hört ein Album durch!

Aber so richtig genießen war auch das noch nicht. Da kam aus der Sonos Play 5 zwar ein wirklich akzeptabler klang, aber ich saß halt irgendwo im Wohnzimmer und die Musik lief nebenbei.
Irgendwann kurz vor meinem Geburtstag kam mir dann der Stereodreieckspinner wieder in den Sinn und das ich eigentlich genau das auch möchte.

Tja und jetzt, nicht ganz 20 Jahre nach der basslasstigen Stereoanlage meines Bruders sitze ich in meinem Wohnzimmer, im Schaukelstuhl vor meiner ersten eigenen Anlage welche die Bezeichnung High Fidelity zumindest ansatzweise verdient.
Ein Yamaha R-N803 gibt die ihm eingespeissten Eingangsignale über 5 mm² dicke Kupferleitungen möglichst verlustfrei an die Canton GLE 496.2 weiter, welche fast schon selbstverständlich im (noch nicht ganz perfekt ausgerichteten) Stereodreieck aufgestellt sind.

Es ist schon erstaunlich, was man mit dem richtigen Equipment aus Musik noch rausholen kann. Songs die man schon hunderte Mal gehört hat verursachen auf einmal Gänsehaut weil sie so gut klingen.

Hach Musik ich liebe zu was du fähig bist!

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