Angel Olsen ganz nah

Kennt ihr Angel Olsen? Die US-amerikanische Folk-/Indiesängerin mit dieser extrem klaren, kräftigen aber trotzdem auch irgendwie zurückhaltenden Stimme? Nein? Gar kein Problem, ich bin nämlich selbst erst durch ihren aktuellen Hit Shut Up Kiss Me auf Angel Olsen und ihr neuestes Album aufmerksam geworden.

Im Hinterkopf hatte ich mir Angel Olsen auf meine 2017er Konzertwunschliste gesetzt und daher gar nicht aktiv nach Konzerten von ihr gesucht. Umso überraschter war ich dann, als ich auf einmal ein Konzert von Ihr in Zürich Ende Oktober entdeckte.

Das Konzert war zwar bei meiner Entdeckung blöderweise bereits zwei Tage süäter und unter der Woche, dafür aber in einem kleinen Club. An besagtem Donnerstagabend dann also ab nach Zürich und dort, dank einmal verfahren, direkt vor dem Club einen (kostenlosen!!!) Parkplatz gefunden.
Jetzt kommt dann aber das mit dem ich nich ganz gerechnet hatte: auf dem Ticket stand „Konzertbeginn 21 Uhr“ und ich dachte mir, dass damit ja ganz sicherlich der Hauptact, also Angel Olsen gemeint ist.
Wer 1 und 1 zusammen zählen kann, wird erahnen können was jetzt kommt: selbstverständlich ist mit Konzertbeginn 21 Uhr gemeint der Support Act kommt dann auf die Bühne…

Nun ja, immerhin war die Location ein voller erfolg. Ich schätze in diesen Gewölbekeller passen vielleicht 250 Personen. Und somit war das tatsächlich ein Hautnah Konzert. Ich selbst konnte mir einen super Platz auf der Empore sichern und war von der ungewohnten Sicht auf die Bühne positiv überrascht. Aber das Beste: der Klang in diesem Gewölbe ist sensationell!

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Nichts desto trotz war da halt immer noch das „Problem“, dass die Vorband Little Wings erst um 21 Uhr auf die Bühne kam. Und dazu kam dann noch, dass der Sänger extrem nuschelte und das was man dann endlich mal verstand nicht wirklich meinen Geschmack traf.
Nun ist es so, dass so eine Vorband normalerweise 5-6 Songs in 30+ Minuten zum „besten“ gibt. Normalerweise ist so eine Vorband um 21 Uhr aber auch schon runter von der Bühne: über 50 Minuten mit nicht besser werdenden Songs wurden da heruntergenuschelt. Und damit war klar, dass Angel Olsen nicht vor 22:15 Uhr auf der Bühne stehen würde und bei planmäßigen 1 1/2 Stunden Konzert + 1 Stunde Heimfahrt war auch sicher, dass ich wohl erst gegen 1 Uhr Nachts oder noch später im Bett sein könnte. Meine Stimmung stieg hierbei ins unermessliche…

Aber kaum war Angel Olsen auf der Bühne und spielte die ersten Akkorde von der Akkustik E-Gittarre war der groll über den fehlenden Schlaf und den mieserablen Opener verfolgen.

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Eine Mischung aus Grunge, Indierock und Folksongs belebten die nächsten 90 Minuten wie selten zuvor an einem Konzert. Neben Angel Olsen standen noch zwei weitere Gitarristen auf der Bühne, dazu ein Schlagzeuger, eine Bassistin und ein Background-Sängerin. Es wurde hier Gitarrensound pur geboten. Genau das was ich so sehr liebe. Fernab von all dem Keyboard gedudel. Drei Gitarren unterstützt von ein bisschen Rhythmusinstrumenten und Gesang.

Das Angel Olsen noch nicht so wirklich bekannt ist war die ganze Zeit spürbar und vor allem hörbar. Bis auf Shut Up Kiss Me hörte man allerhöchstens vereinzelt jemand mitsingen, das machte aber auch gar nichts da die Stimme von Angel Olsen so beeindruckend ist, dass man sehr gerne auf das Mitsingen verzichtet.

Neben Shut Up Kiss Me war mein persönlicher Favorit an diesem Abend der Song Give It Up. Aber auch der sehr viel langsamere Song Heart Shaped Face hat es mir angetan.

Die komplette Setlist gibt es wie immer hier

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1 Comment

  • Reply
    Virtual Private Server
    19. März 2017 at 15:42

    Lines konnte durchaus mehr neue Stucke vertragen, ware aber wohl ohne die bekannten und eingangigen Titel nur halb so stimmig. Diese leidenschaftliche Musik, kombiniert mit klarem Gesang, klassischen und modernen Folk-Akzenten sowie tiefsinnigen Texten, kommt eben ganz nah…wenn man sie lasst.

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