kein Bier vor Vier (oder so)

Egal ob Grundgrillkurs, Grillkurse mit Dry Age Fleisch und Whisky oder ganz aktuell Grillen mit Biertasting. Ich bin ein absoluter Fan dessen was Stefano Esposito und sein Team von GRILL ON FIRE da aufgezogen haben.
Ich glaube das war jetzt mein fünfter Grillkurs in Stefanos Grillakademie und der achte/neunte insgesamt. Und jedesmal waren es wahnsinnig lehrreiche, lustige und zu guter Letzt süffige 4 bis 5 Stunden rund um den Grill mit guten Essen.

Dieses Mal stand das Grillseminar mit Waldhaus Biertasting an. Glücklicherweise liegt der Veranstaltungsort keine 5 Fussminuten vom Müllheimer Bahnhof entfernt, so dass ich sicherheitshalber direkt mit dem Zug angereist bin. Im Nachhinein eine sehr weise Entscheidung 😉
Es war mein erstes Grillseminar, das mitten am Tag (11 Uhr) startete und deshalb musste ich noch bei trübem Wetter bereits um 9 Uhr in Wyhlen starten und kam 1 1/2 Stunden später mit der Bahn und bestem Herbstwetter in Müllheim an.

 

Was wäre ein Biertasting ohne Experten und Stefano hat mit dem Waldhaus Braumeister Benny Ebner genau den richtigen Menschen gefunden um den Tag lustig und trotzdem informativ zu gestalten. Ich glaube Benny könnte sein Geld nicht nur als Qualitätsbeauftrager bei Waldhaus verdienen sondern sicherlich auch auf einer Showbühne.

Ich glaube ich habe noch nie so viele Dinge über Bier erfahren wie in diesen paar Stunden und die trotz leichtem Suff behalten.
Wusstet Ihr,

  • dass es in Deutschland nur noch 1200 Brauereien gibt
  • Das der Oettinger-Konzern in 6 Stunden 85’000 Hektoliter (1 Hektoliter=100 Liter) Bier produziert und das die Jahresmenge von Waldhaus ist?
  • Die Alkohol Angabe auf den Bieren laut Gesetzgeber +/- 0.5 % sein darf und Waldhaus sicherlich immer mehr hat wie angegeben (das Doppelbock hat laut Etikett 8.5% 😉 )
  • nur 2% der Bierbrauer mit Naturhopfen ihr Bier veredeln und Waldhaus dazu gehört
  • es mittlerweile den Lehrberuf des Bier Sommelier gibt
  • Waldhaus 13 Sorten Bier hat
  • sich die großen Bierkonzerne über die „teuren“ Preise der Privat-Brauereien freuen, da Sie dadurch noch mehr Gewinn machen
  • Bier nicht ablaufen/schlecht werden kann (aber es halt evtl. trotzdem nicht mehr schmeckt)

Das alles waren Infos die Benny in (s)einer eigenen Art an die Männerrunde weitergab.

Es war ja aber nicht nur theorie die an dem Tag wichtig war. Auch die Praxis wurde nicht vernachlässigt und so hat Benny zu jedem der fünf Gänge ein passendes Bier dabei gehabt. Aber alles der Reihe nach…

Kaum angekommen, und das Namensschildchen angeklebt, gab es dann auch schon kurz nach 11 das erste Bier.

2016-10-15-11-19-17-hdrBegonnen wurde dabei mit einem leichten Bier was sich zu meinem (kaufbaren) Favoriten des Tages herausstellte.

Zum Bier Dog gab es das Waldhaus Hell.
Der Bier Dog war dabei eine normale Bauernbratwurst, die über nacht im kalten Zwiebel-Bier Sud gezogen haben.
Gegessen wurde der Bier Dog natürlich heiß. Der Zwiebel-Bier Sud wurde aufgekocht und die Bauernbratwürste normal gegrillt.
Und damit die Hot Dog Brötchen nicht diesen schlabbrigen touch bekamen wurden Sie kurz mit Wasser besprüht und dann ebenso kurz auf dem Grill getoastet.

 

 

 

 

 

Die Vorbereitungen und Zubereitungen der weiteren Gänge fanden dann, begleitet von ein/zwei Rothaus ohne Filter, im Innenraum statt.
Neben Honig-Senf-Lachs mit Wasabi Gurkensalat wurde hier auch das Beer Can Chicken mit Gemüse Bulgur und Roastbeef in Senf-Meerrettich mit gefüllten Grillkartoffeln vorbereitet.

Nachdem dann einige „Freiwillige“ Stefano halfen das essen vorzubereiten und alles nach draussen zu den Grills gebracht wurde gab es das nächste Bier.
Waldhaus Schwarzwald WeisseDieses mal gab es das Waldhaus Schwarzwald Weisse.
Das Weizen gab es leider nicht im Weizenbierglass und leider trifft das Weizen auch nicht meinem Geschmack.

Dass dieses Weizen aber perfekt zum ersten Gang, dem Honig-Senf-Lachs, passt hätte ich dann so auch nicht erwartet.

 

Honig-Senf-Lachs mit Wasabi Gurkensalat

Der Lachs war perfekt glassig, der Geschmack der Zedernholzbretter kam durch und der süsse Geschmack des grobkörnigen Senfs tat sein bestes dazu.
Der scharfe Wasabi-Gurkensalat war zunächst total ungewohnt (weil scharf) aber der perfekte Kontrast zum Fisch.

Als zweiten Gang gab es Beer Can Hähnchen mit Gemüse Bulgur. Dabei stimmt der Ausdruck Beer Can nicht wirklich, da die Hähnchen auf einem Geflügelhalter mit Tropfschale gesetzt wurden.

Beer Can Hähnchen mit Waldhaus ohne FilterDas Hähnchen wurde zuvor mit einer Bier-BBQ Gewürzmischung innen und aussen eingerieben und dann indirekt gegrillt.
Durch das indirekte Grillen war dann die Haut nicht so schön kross sondern eher labrig und zäh.

Das Gemüse Bulgur wurde mit dem aufgefangenen Bratensaft des Hähnchens aufgekocht.

Als passendes Bier wurde das Waldhaus ohne Filter gereicht.

 

 

 

 

Der dritte Gang war meiner Meinung nach der Beste. Das perfekt Rosa gegrillte Roastbeef gab es mit gefüllter Grillkartoffel und dazu das wirklich leckere Waldhaus Jubiläums Dunkel.

Auch das Roastbeef wurde indirekt gegrillt und die Senf-Merrettich Marinade zog sich perfekt in das Fleisch ein.
Die Grillkartoffeln waren mit Bacon und Emmentaler gefüllt und dazu gab es einen Sour Cream Dipp.

Zum abschliessende Dessert gab es dann das viel zu süsse Waldhaus Doppelbock. Wer bis zu diesem Zeitpunk noch nicht angetrunken war, dem setzten spätestens jetzt die 8,6% dann doch ein bisschen zu 😉

Als Dessert gab es süßen Flammkuchen Schwarzwälder Art. Falmmkuchen Schwazrwälder Art

D.h. ein Flammenkuchenfertigteig wurde mit Creme fraiche bestrichen und darauf wurden in Schnaps eingelegte Kirschen mit Schokoraspeln verteilt.

Ein wahrlich süsser Gaumenschmauss, der aber lange nicht so süss war wie das dazu gereichte Waldhaus Doppelbock.
Dieses Doppelbock war sogar ein ganz besonderes Doppelbock, denn es war schon vier Jahre „abgelaufen“ und dadurch noch süßer. Die Antwort auf die Frage an was dieses Bier erinnert lag wahrscheinlich jeden auf der Zunge, aber keiner kam darauf. Als Benny dann auflöste, dass es nach Met schmeckt wurde jedem klar, wo diese extreme Honigsüße her kam.

 

 

 

Als kleines Abschiedsschmankerl gabs dann noch das wohl beste Bier aus Waldhaus. Der Hopfensturm Edition 2015.

Laut Benny wurde für dieses Bier der Naturhopfen direkt vom Feld schockgefrostet und dann schnellstmöglich im Bier weiterverarbeitet. Leider gibt es dieses Bier so nicht mehr käuflich zu erwerben und der Nachfolger Hopfensturm Edition 1516 ist nur ein müder Versuch an die Edition 2015 heranzukommen.

Nach gut und gerne 10 Bier und doch etwas angeheitert löste sich so gegen 16 Uhr dann diese wundervolle, lehrreiche und süffige Veranstaltung so langsam auf.

Eines ist sicher, es war nicht die letzte Veranstaltung die ich bei Grill On Fire besucht habe. Nächstes Jahr soll es wohl ein Gin-Tasting geben und der Burgerkurs hört sich auch sehr interessant an…

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