Red Hot Chili Peppers – The Getaway World Tour

Im Dezember 2011 war ich mit meinen Lieblingsmenschen in Berlin und durfte dort zum erst mal die Red Hot Chili Peppers erleben.

Damals hatte ich so ein richtiges WTF Erlebnis, als Anthony Kidies zu den ersten Tönen ansetzte. Ich habe bisher kaum Sänger erlebt die live sogar besser klingen wie in der Studioversion. Also Grund genug mir ein Ticket für die Getaway World Tour der vier Kalifornier zu holen.

Nach vier Monaten Konzertpause kamen die Chili Peppers mit Ihrem Funk-/Indierock genau richtig um den trüben Herbstanfang aus dem Kopf zu blasen.

Das einzig nervige war mal wieder der Veranstaltungstag und Ort. Das Hallenstadion ist unter der Woche einfach nur mit zig mehr Verkehrsminuten dank Staus und stockender Verkehr zu erreichen und die Akkustik in der Eishockeyhalle ist einfach nicht die Beste. (Es wäre so schön, wenn jemand so eine Halle irgendwo entlang der A5 zwischen Kilometer 814 und 790 bauen würde…).

Trotzdem zieht es mich immer wieder in das Hallenstadion und zwar wann immer möglich zur Vorband. Eine Eigenheit die ich mir jetzt dann abgewöhnen werden. Schon zwei Mal habe ich mich nicht über die Vorband in diesem Jahr informiert und schon zwei Mal war es der größte Dreckkack. Ich wiederhole mich sicherlich, aber für mich sollte eine Vorband die Stimmung für den Main Act ein bisschen anheizen. Dabei darf es aber gerne den eigenen Musikhorizont erweitern.
Wieso die RHCP (oder wer auch immer) aber diese grottenschlechte französichem Psychobily Band ausgewählt haben werde ich nie verstehen. Ich empfehle es nicht sich das anzuhören, aber wer immmer mag: „La Femme“ boten überdrehten synthie-Keyboardsound mit für mich unmelodischem, halb gesprochenen „Gesang“.

Nicht nur für mich sondern auch für die Leute um mich rum war das eine verschenkte halbe Stunde Lebenszeit :/

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Umso mehr stieg dann die Erwartung an die RHCP und vor allem an das was da über unseren Köpfen schwebte. Zuerst dachte ich, dass gehört irgendwie direkt zum Hallenstadion, weil das Gehänge nicht so wirklich nach Konzertfähigen Spezialeffekten aussah. Es ist immer wieder schön wenn ich mich täusche.

Der schönste Moment an einem Konzert ist der wenn das Licht (fast) komplett ausgeht, die Musik vom Band verebbt und man weiss „jetzt gehts los“. Applaus, Gekreische und Pfiffe kündigen die Künstler auf der Band an. Die in den vordersten Reihen sehen wahrscheinlich schon wie die Künstler die Bühne betreten.
Josh Klinghoffer an der Gittare, Michael Balzary am Bass und Will Ferell Chad Smith am Schlagzeug starteten mit einem wirklich beeindruckenden Intro Jam und als dann endlich Anthony Kiedis auf die Bühne kam, ging die Band über zu etwas das sich als „Can’t stop“ entpuppen sollte. Und mit diesem bekannten Part bei dem das Schlagzeug kurz aufhört und nur noch die Gitarre zu hören ist ging die Spezialbeleuchtung an. Das von mir als 0815-Gehänge abgetane Zeug waren hunderte LED Lampen:

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Die Red Hot Chili Peppers begeisterten mit fast 100 Minuten Musik. Manchmal für das Publikum zu funkig und zu weit weg von der Studioversion. Für mich jedoch genau das was ich wollte. Ich konnte nach gut 1 1/2 Stunden absolut zufrieden ins Auto steigen und sagen „da war ne Show“.

Es war kein Konzert bei dem 90 Minuten ein Hit nach dem anderen kam. Es war auch kein Konzert das sich dem kommerziellen Songs widmete.
Es war ein Konzert, dass von vier Musikern für Musikliebende gemacht wurde. Es gab Passagen, die jeder kannte und die jeder mitsang (und -feierte) aber es gab auch Passagen die komplett neu waren, die man von den Chili Peppers so nicht erwarten würde. Und es war gut!
Vor allem diese LED Lampen die auch noch höhenverstellbar waren und teilweise so ein richtiges WTF Gefühl erzeugten machten diesen Abend richtig klasse.

 

Über 90 Minuten Musik, gefühlt manchmal etwas abgeklärt „unorganisiert“, viele Jams zwischen den Songs und eine tolle Stimmung. Das sind Konzerte für die es sich lohnt Geld auszugeben. Und eines muss man den Red Hot Chili Peppers lassen, Das Beste VOR dem Konzert war wohl, dass im Ticketpreis das aktuelle Album inbegriffen war. Zumindest dann wenn man sein Ticket nicht bei den altbekannten Abzockplattformen gekauft hat.

Ich finde, dass sollten viel mehr Bands machen. So würden vielleicht auch noch viel mehr Menschen in das aktuelle Album rein hören und zu den wirklich wunderbaren Songs wie Dark necessities und Sick love mitsingen können.

Nun denn, auf in das nächste Konzert. Auf in eine neue Venue. Auf zu den fünf Jungs aus Escatawpa

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