Muse – die Showband

Vor über drei Wochen war ich bei meinem sechsten Konzert in diesem Jahr und zum ersten Mal seit dem ich über meine Konzerte im Nachgang etwas schreibe dauert der Konzerbericht so lange.
Das liegt leider daran, dass ich zum ersten Mal gar nicht so recht weiss was ich über das Konzert schreiben soll.

Muse - Hallenstadion 11.05.2016

Muse bot mit einer sich drehenden 360° Bühne, durchschimmernden Leinwandeffekten, Lichtshow und Konfettieinsatz alles was man an einem Konzert eben bieten kann. Es gab alles was die Musik in den Hintergrund rückt und dafür eine Show in den Vordergrund bringt.


Und irgendwie hat mich das richtig genervt. Ich habe den drei Engländern keine Sekunde lang abgenommen, dass sie hinter dem stehen was sie da singen. Bei einem aktuellen Album, dass sich gegen Drohnen und abgestumpfte Menschen versucht zu erheben eine ganz schwache Vorstellung.

Auch die Wahl der Vorband war Katastrophal. Wem auch immer die Schnapsidee kam eine extrem verstörende Alterantive Rockband auf die Bühne zu stellen, muss damit wohl die Absicht gehabt haben Muse in ein besseres Licht zu bringen.

Halbherzige Einsätze am extra hinaufgefahrenen silbernen Klavier und lang gezogene Gitarrensoli dienten rein der Show und es war kam rüber wie ein „kuckt mal was ich alles kann“. Fairerweise darf ich aber auch erwähnen, dass es wirklich alles astrein gespielt war und das kleine Akkustikproblem bei einer 360° Bühne wurde auch zufriedenstellend gut gelöst. Was mir äusserst gut gefallen hat, war das Einbinden von AC/DCs Back in Black Riff in einen der Songs, damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet.

So gut mir die Leistung an den Instrumenten gefallen hat umso mehr möchte ich einmal mehr darum bitten, dass Live wirklich nur noch dann „hoch“ gesungen wird, wenn man im Studio da nicht etwas dran rumschieben/verbessern muss. Ich brauche wirklich keine Klummsche, schräge Piepsstimme auf der Bühne wenn der Gesang in normalen Tonlagen eigentlich super gut ist…

Die Show, ja die Show war besonders. In der Luft schwebende beleuchtete Ballons (die wohl Drohnen darstellen sollten). Hand-Hollogramme, projeziert auf fast durchsichtige Vorhänge, die einem vermitteln sollen das die Protagonisten an Bass und Gittarre durch Fäden mit der Hand verbunden und gesteuert sind (Puppenspieler). Eine 360° Leinwand die immer imposante zum Song passende Videos zu bieten hatte und natürlich Konfetti und Riessen-Ballons im Publikum die imposant mit der Gittarren/Bass-Spitze zum platzen gebracht wurden.

Was mich aber wirklich am allermeisten gestört hat war der fehlende Funke. Meiner Meinung nach ist hier nichts, aber auch gar nichts zum Publikum übergeschwappt. Das Gefühl hatte ich damals bei U2 in Berlin und ich glaube das hat immer etwas damit zu tun wie lange die Tour schon läuft und wie fit das Publikum ist. Meiner Meinung nach war das hier extrem schlecht.

 

Nun denn, abhaken und sich auf die nächsten Konzerte freuen. Und das nächste Konzert wird ganz sicherlich auch wieder ein Show-Konzert. Aber ein Show-Konzert bei dem mein absoluter Lieblingssong gespielt wird und da verzeiht man einiges…

 

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