Sunset Sons im Technikum München

Sunset wer? Ja, die band kennt man wieder k(aum)einer. Die Sunset Sons sind aber auch erst seit 2014 auf dem Musikmarkt so richtig aktiv.
Ich selbst habe die Band das erste Mal als Support Act bei den Imagine Dragons letzten November gehört und da mir der Sound gefiel habe ich mir gleich mal ein Ticket für das Konzert in München ergattert.

 

Sunset Sons
Der Veranstaltungsort für dieses Konzert war das Technikum in München (Werksviertel – eher bekannt als Kultfabrik) am Ostbahnhof. Es ist eine wirklich kleine Halle, die wahrscheinlich keine 1000 Zuschauer zulässt. Der Bierpreisfaktor ist auch hier wieder abartig: das kleine Heineken will doch tatsächlich mit 4€ bezahlt werden.
Dafür umso positiver hat mich die sehr gute Musikanlage überrascht.

Als Support Act haben die Sunset Sons den Australier Hein Cooper mitgebracht. Ein Solo-Künstler der nur mit seiner Gitarre und einem Music-Launchpad ausgestattet zu begeistern wusste.
Als besagter Hein Cooper die Bühne betrat hatte ich kurzzeitig einen WTF Moment da ich dachte, dass ist Justin Bieber. Schlechtes Licht und eine tatsächliche Ähnlichkeit förderten diesen Eindruck.
Nach vier oder fünf Liedern war dann auch schon wieder Schluss und die Bühne wurde für die Sunset Sons vorbereitet.

Währenddessen habe ich mich gefragt wie „lange“ das heute Abend wohl gehen wird.
Die Sunset Sons haben nämlich erst ein Album veröffentlicht und laut Spotify insgesamt allerhöchstens 20 Songs.
Und die zweite Frage die mich beschäftigte war wie sich so ein Konzert für die Band überhaupt bezahlt macht. Die Tickets kosteten 25€, wovon sicherlich nicht alles an die Band geht und bei den verkauften T-Shirts für 20€ bleibt sicherlich auch nicht viel hängen. Wenn die Band überhaupt 5stelligen Umsatz für diesen Abend gemacht hat, dürfte das gerade so fürs durchkommen reichen.

Die Antwort auf meine erste Frage war übrigens „60 Minuten + Zugabe“. Die Band ging nach 12 Liedern kurzzeitig von der Bühne und spielte dann noch drei Zugabe-Songs.

Mit nur insgesamt 15 Songs (komplette Playlist wie immer bei setlist.fm) ist definitiv noch Luft nach oben. Wie gerne hätte ich die Band gehört einen Cover-Song zu spielen. Scheinbar haben sie nämlich zu beginn ihrer Musiklaufbahn Kanye West und Queens of the Stone Age gecovert.

Dazu, dass das Konzert zeitseitig etwas kurz war kam noch das Gefühl, dass die Band nur halbherzig dabei ist. Der komplette Auftritt fühlte sich nach „abliefern“ an. Das gleiche Gefühl hatte ich damals übrigens beim Imagine Dragons Konzert und das war auch damals das letzte Konzert der Tour. Daher behaupte ich einfach die vier Jungs sind mittlerweile einfach etwas ausgelaugt.

Der Live-Auftritt war wie das Album: bereit für die Abnahme durch den Mainstream. Meine Hoffnung ist wirklich, dass die noch junge Band sich bis zum nächsten Album in 1-2 Jahren findet und dann auch ein bisschen mehr Engagement auf der Bühne zeigt. Die Songs auf dem Album gehen nämlich gut ins Ohr (z.B. Know my Name, She wants und On the Road).

So richtig schade ist aber, dass die Band eine richtige gute Chance verspielt. Das Highlight des Abends war nämlich der Einspieler von Purple Rain vom Band. Irgendwie war es ja abzusehen, dass mindestens ein Prince-Song irgendwo auftaucht. Dass es dann „nur“ vom Band ist und das dann auch noch abgewürgt wurde hat mich dann etwas enttäuscht.
Umso schöner war aber das gemeinsame Mitsingen der Konzertbesucher von Purple Rain. Absoluter Gänsehautmoment zu ehren eines grandiosen Ausnahmekünstlers.

Jetzt fragen sich natürlich ein paar ob sich das überhaupt lohnt für so ne Band, die kein Mensch kennt, nach München zu fahren? Nun, ein eindeutigeres Jein werde ich so schnell nicht mehr von mir geben.
Im Nachhinein bin ich etwas enttäuscht und der Aufwand (800km Autobahn + Übernachten in München) zählt trotz des geringen Ticketpreises nicht wirklich zu einem günstigen Konzert.
Trotzdem lohnt es sich irgendwie. Erstens liebe ich Live-Musik, Zweitens entdecke ich gerne neue Bands und drittens habe ich mir vorgenommen so viel unterschiedliche Konzert-Hallen zu Besuchen wie es eben möglich ist. Das nächste mal hoffe ich doch, dass die Band zu vernünftigen Preisen in Basel, Freiburg oder Zürich auftritt

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