Miley & Aerosmith: Live, in echt und lautstark

Bereits im Februar diesen Jahres habe ich beschrieben wie sehr ich Musik liebe und wie wichtig mir Musik ist. Dazu gehören selbstverständlich auch Konzertbesuche diverser Künstler.

Ein Konzertbesuch ist für mich immer etwas besonderes, da muss ich die Band/Künstler nicht mal besonders mögen oder kennen um mir das anzuhören.

Ich brauch bei einem Konzert keine Mega-Show, aber es gehört dazu. Wichtig sind mir die Stimme des Sängers/der Sängerin unterstützt von einer sehr guten Band und man muss dem Künstler anmerken können „ja ich habe bock euch heute Abend meine Musik zu präsentieren“.

Am Pfingswochenende war es endlich wieder soweit. Zwei Konzerte standen an:


Zum Miley Konzert kann ich nur wiederholen, was ich schon während des Konzerts getwittert habe. Der Klang bei der Vorband – Sky Ferreira – war einfach nur fürchterlich und Sky Ferreira selbst hatte auch nicht all zu viel Muse auf der Bühne. Schade eigentlich, in dem Mädel könnte einiges stecken und ihr Song „24 Hours“ hat definitiv das potential um im Radio gespielt zu werden.


Bis Miley dann auf die Bühne kam, waren zumindest die Tonprobleme behoben und Miley selbst war dann gesanglich – für mich erstaunlich – richtig gut.

Speziell ihre langsameren Songs „My Darlin“ und „Adore You“ kamen richtig gut rüber. Aber wirklich gut war Miley bei ihren Coverversionen vom Beatles Song „Lucy In The Sky With Diamonds“ und „Jolene“ von Dolly Parton. Respekt, damit hätte ich nicht gerechnet.

Die komplette Setlist vom Frankfurter Konzert gibts übrigens bei setlist.fm

Mileys Bühnenshow suggeriert einem, dass Miley nicht mehr das Hannah-Montana-Teenie-Idol sein möchte, sondern Madonna 2. Zunächst dachte ich der Hinweis „Parental Adivsory Explicit Lyrics And Show“ zu Beginn des Konzertes ist ein bisschen überzogen. Aber wer vor 10-14jährigen an Anal-Beads rumlutscht, sich lasziv mit gespreitzen Beinen auf einem Lowrider räkelt oder eine vorgetäuschte Orgie in einem 10x4m Bett veranstaltet muss sich wohl ein bisschen absichern…

Für die Bühnen-Show bekommt Sie auf jeden Fall von mir die Auszeichnung „weirdest shit ever“

Irgendwann war dann dieses Konzert auch zu Ende und ich durfte mich durch total geflashte Teenies zum Ausgang kämpfen und schon auf diesem kleinen Weg war die Vorfreude auf das kommende vorhanden und ich nehme es vorweg: ich wurde nicht enttäuscht

 


Die Vorband Walking Papers war wirklich richtig gut, geile Gitarrenriffs und dazu leicht bluesiger Rock.

Hat wirklich Spaß gemacht und ist deshalb auch absolut zu recht in meiner Playlist gelandet. Das Konzertvolk war auf jeden Fall schon mal eingestimmt auf das was kommen wird.

Nach einer ewigen Pause, kamen dann die fünf über 60jährige Männer und haben eine fast zwei-stündige Musikshow abgeliefert, die ich hoffentlich so noch von vielen anderen Künstlern erleben darf.

In den zwei Stunden, die Aerosmith auf der Bühne stand kam nur ein Song – „Oh Yeah“ – vom neuen Album zu tragen. Aber das machte mir und den anderen Besuchern in der ausverkauften O2 World wenig bis gar nichts. Eher das Gegenteil war der Fall, die altbekannten Lieder wurden lauthals mitgegröhlt.

Ich finde jeder sollte einmal live erleben wie 13000 Menschen „eat the rich“ und „livin on the edge“ Steven Tyler entgegen schreien; die kurzen Textpause in „love in an elevator“ mit „woooooooah, wooooooah“ ergänzen oder wie aus 13000 Kehlen „I was cryin‘ when I met you, now I’m tryin‘ to forget you. Love is sweet misery“ oder  „I could stay awake just to hear you breathing“ mitgejauchzt wird.

Wie ein „dum, dum, dum, honey what have you done“ mit größten Begeisterungsjubel begrüßt wird; der Refrain von „Livin on the edge“ dem Publikum zum singen überlassen wird und bei „walk this way“ annähernd jeder einfach nur die Lippen zum Text mitbewegt um im Refrain bei vernünftiger Textgeschwindigkeit wieder mitzumachen (gruß an das Pärchen neben mir ^^).

Steven Tyler hat es so gut wie unterlassen seinen Gesang mit irgendwelchen Botschaften an das Volk zu unterbrechen und so war es dann noch fast 100 Minuten soweit, dass die Band mit einem „Thank You Berlin“ das erste Mal die Bühne verlassen hat.

Eigentlich sollte doch jeder wissen, dass nach dem ersten Verlassen immer noch ein Zugabe kommt, trotzdem haben zahlreiche Menschen die Halle verlassen. Wahrscheinlich haben Sie genauso wie ich gerätselt was noch kommen könnte. Tja, diese Menschen haben dann verpasst, wie ein weißes Klavier auf die Bühne gestellt und Steven Tyler darauf die ersten Akkorde zu „Dream on“ spielt. Gänsehaut pur! Und ein würdiger Abschluss eines absolut gelungenen Konzertabends!

Wer sich die komplette Setlist einmal durchhört kann eventuell nachvollziehen, wie gut abgestimmt dieses Konzert war.

Bei diesem Konzert wurde großteils auf Licht- und Showeffekte verzichtet und so konnte man sich voll und ganz auf 40 Jahre Musikerfahrung konzentrieren und das lohnt sich!

Oft war ich mir nicht ganz sicher, ob Steven Tyler seine hohen Kreischtöne tatsächlich noch singt, oder ob Joe Perry an der Gitarre übernommen hat. Scheinbar haben die ganzen Drogen in Tylers leben zumindest nicht seine Stimme angegriffen. Denn stimmlich war dass das beste was ich jemals gehört habe!

Natürlich lebt und fällt eine Band vor allem mit dem Lead-Sänger, aber auch was die anderen Bandmitglieder an diesem Abend vollbracht haben gehört gehuldigt.

 


Eines ist seit Pfingstmontag 2014 auf jeden Fall sicher. Ich muss ich mir keinen Kopf mehr machen wer meine Konzert Nummer 1 ist. Coldplay und U2 haben super Shows abgeliefert und die Stimmung in den Stadien war auch besser, aber das sowas stimmlich überragendes, mitreisendes, emotionales, ergreifendes wie bei Aerosmith habe ich bisher an einem Konzert erlebt. Wahnsinn!!

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2 Comments

  • Reply
    LADY GAGA's artRAVE - Schalltrichter
    20. November 2014 at 22:24

    […] 30STM, Miley Cyrus, Aerosmith, Boss Hoss und Sunrive Avenue stand endlich das lange erwartete Konzert von Lady Gaga an […]

  • Reply
    2014 war - Schalltrichter
    7. März 2015 at 11:00

    […] Dabei war das ganz klare Highlight Lady Gaga in Wien mit dem unverhofften Kuss. Aber auch Aerosmith in Berlin und Thirty Seconds to Mars in Lyon waren große Klasse. Neben den Konzerten gab es dann dieses Jahr […]

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